KI in der Anwendung: Ohne Führung keine Transformation

KI in der Anwendung: Ohne Führung keine Transformation

 
22. Januar 2026

Unternehmen erkennen die Bedeutung von KI, doch nur 17% nutzen sie bisher operativ. Die Diskrepanz liegt nicht an der Technologie – sondern am fehlenden Management-Commitment. Warum die nächsten Monate entscheidend sind.

Die nächstes x-Monats-Deadline: Warum jetzt gehandelt werden muss

Die Zahlen des Fraunhofer-Instituts sprechen eine deutliche Sprache: Während 73% der mittelständischen Unternehmen die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für ihre Zukunft erkennen, nutzen nur 17% tatsächlich KI-Anwendungen im operativen Geschäft. 67% haben keine dedizierte KI-Strategie, 82% berichten von fehlendem internem Know-how.

Die Schere zwischen KI-Vorreitern und Nachzüglern öffnet sich exponentiell. Wer heute nicht handelt, muss in zwei Jahren unter Druck und mit höheren Kosten aufholen – wenn es dann nicht bereits zu spät ist. McKinsey's "State of AI in 2024" Report zeigt messbare Erfolge bei Early Adopters: 23% durchschnittliche Produktivitätssteigerung in administrativen Prozessen, 15-30% Kosteneinsparung in Customer Service und HR, sowie 40% Reduktion der Time-to-Market bei KI-gestützter Produktentwicklung.

Das Fundament: Management-Commitment als kritischer Erfolgsfaktor

Die Erfahrung aus zahlreichen KI-Projekten zeigt eindeutig: Wenn Inhaber, Geschäftsführung, Vorstand und Abteilungsleiter nicht mehrheitlich hinter einem AI-Umsetzungs-Projekt stehen, wird es scheitern. Die Mitarbeiter mitzunehmen und einzubinden ist extrem wichtig, aber die treibende Kraft dahinter sind die Führungskräfte. Ohne dieses Commitment hat auch die motivierteste Mannschaft Schwierigkeiten, die nötige Zeit und Energie für erfolgreiche KI-Nutzung aufzubringen.

Governance: Klare Regeln für die digitalen Kollegen

Wie menschliche Mitarbeitende brauchen auch KI-Agenten klare Aufgaben und Grenzen. Verantwortungsbewusster Einsatz bedeutet, Agenten nicht blind agieren zu lassen, sondern gezielt zu steuern und weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, Risiken wie Verzerrungen aus Trainingsdaten im Blick zu behalten. Je leistungsfähiger die Agenten, desto wichtiger sind klare Vorgaben und Kontrollmechanismen – auch im Hinblick auf regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act.

Der Einstieg: AI-Compliance als erste Maßnahme

Der Einstieg beginnt mit der Klärung grundlegender Fragen: Was dürfen Mitarbeiter, was nicht? Welche Tools sind erlaubt? Wo muss nachgefragt werden? Diese AI-Compliance schafft Rechtssicherheit und nimmt Ängste. Ein praktisches Beispiel: Bei der Einführung von Microsoft Co-Pilot Pro in einer Unternehmensberatung war die erste Reaktion Skepsis bezüglich Datenschutz. Nach Klärung der Compliance-Fragen und ersten Erfolgen wurde das Tool innerhalb weniger Wochen zum unverzichtbaren Helfer.

Fazit: Jetzt ist der Moment

KI-Agenten sind nicht der Hype von gestern, sondern das Betriebssystem von morgen. Sie schaffen Kapazität, verbessern Prozesse und machen Organisationen anpassungsfähiger. Entscheidend ist, ins Handeln zu kommen: mit einem klaren Ziel, einem sinnvollen Einstieg und dem richtigen Partner an der Seite. Die Technologie ist bereit – die Frage ist: Sind Sie es auch?

Lesen Sie im nächsten Teil: "Daten und Integration – Das technologische Fundament für KI-Agenten"

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Dr. Peter Lender
Über
Dr. Peter Lender
Dr. Peter Lender ist geschäftsführender Gesellschafter der DIGUM GmbH, DIN-ISO-zertifizierter Nachhaltigkeitsmanager und Entwickler des DigitalisierungsAudits sowie von zahlreichen Plattformen und Ökosystemen. Als zertifizierter Sanierungsberater (IFUS-Institut) ist er u.a. Mitbegründer der Geschäftsmodell-Werkstatt, sowie der DigitalisierungsAkademie. Zuvor befasste er sich mit dem Aufbau und der Positionierung von Kunden-Service und User Experience im Rahmen der Transformation von Geschäftsmodellen. Er ist Autor von Fachbüchern und Herausgeber des T4Magazins. In Konstanz hat er hat Volkswirtschaft und in Kiel Agrarökonomie studiert und anschließend als Doktor der Agrarwissenschaften promoviert. Er ist außerdem Diplom Bankbetriebswirt (ADG).
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