Unternehmen in Deutschland wollen sich flexibler in puncto Wachstum aufstellen. Aus Sicht von 47 Prozent der für eine Studie befragten Manager und Fachkräfte wird zwar das eigene Geschäftsmodell auch in zehn Jahren noch funktionieren. Der Umkehrschluss lautet: Mehr als jeder Zweite sieht das anders.

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Das sind Ergebnisse der „Potenzialanalyse flexibel wachsen“ vom Sopra Steria Consulting, für die 249 Entscheider und Fachkräfte zu ihren Wachstumsstrategien befragt wurden. Der Konkurrenzdruck hat aus Sicht von 77 Prozent der Befragten in den vergangenen drei Jahren stark beziehungsweise sehr stark zugenommen. Eine Ursache ist der Abbau von Barrieren zwischen einzelnen Branchen durch neue digitale Technologien. Die Zunahme digitalisierter Prozesse und Leistungen erleichtert es branchenfremden Wettbewerben, in neue Märkte vordringen. Darauf müssen die Entscheider in den betroffenen Branchen reagieren.

Wichtig ist aus Sicht von fast allen Unternehmen, mehrgleisig zu fahren und sich nicht nur auf eine Wachstumsstrategie zu verlassen. Ein häufiges Modell ist, das Kerngeschäft als solide Grundlage mit anderen Wachstumskonzepten wie der Erschließung neuer Kundengruppen und punktuellen Zukäufen von Startups und anderen Unternehmen zu kombinieren. Zum richtig radikalen Schritt, dass sich Unternehmen komplett neu erfinden, ist es bislang allerdings selten gekommen. Der Einstieg von MAN Truck & Bus in die Logistikbranche mit der eigenen Cloud-Plattform Rio ist ein Beispiel, dass sich einige Unternehmen auf neues Terrain begeben. 20 Prozent der Befragten berichten, das eigene Unternehmen erziele heute einen beträchtlichen Teil seines Wachstums mit Produkten und Dienstleistungen, die nicht zum ursprünglichen Kerngeschäft gehören.

Wachstumsziele und -bereiche von deutschen Unternehmen
So wollen Unternehmen wachsen: Neue Geschäftsmodelle haben noch eine geringe Bedeutung im Strategiemix.

Ein Bewusstseinswandel in Richtung mehr Beweglichkeit, ist dennoch erkennbar: 71 Prozent der für die Studie Befragten nennen als wichtigstes Wachstumserfordernis eine kontinuierliche Selbstreflexion des unternehmerischen Handelns und das Hinterfragen des eigenen Geschäftsmodells. Zudem erkennen Unternehmen, dass sie wichtige Wachstumsquellen nicht anzapfen können, weil die Voraussetzungen fehlen. Digitalpioniere wie Netflix und Spotify machen beispielsweise vor, wie aus exakter Kundenkenntnis ganze Geschäftsmodelle entstehen. Hiesige Unternehmen wollen hier technologisch aufholen: Knapp sechs von zehn investieren in neue IT-Systeme für eine verbesserte Kundenansprache. Rund jedes vierte forciert die Entwicklung internetbasierter Geschäftsmodelle.

Know-how ist der wichtigste Wachstums-Motor.
Know-how ist der wichtigste Wachstums-Motor in Unternehmen.

Beim Mut und bei den Maßnahmen, sich noch stärker mit kompletten neuen Wachstumschancen zu beschäftigen ist noch Luft nach oben. Wichtig ist sich zu überlegen, wie sich Altes und Neues kombinieren lässt, um sich letztendlich gegenseitig zu verstärken. Zwei Voraussetzungen sind dafür notwendig: eine unternehmensweite Offenheit gegenüber Innovationen sowie die effiziente Nutzung der Möglichkeiten, die einem die Digitalisierung bietet. Die Konzentration auf das bestehende Geschäft und die parallel dazu stattfindende Weiterentwicklung bestehender Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle stellt zwar die meist ausgelasteten Ressourcen auf die Probe. Dennoch lässt sich der Schritt nicht umgehen, um nicht im Ergebnis ein Auslaufmodell zu werden.

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