Investitionen in die digitale Innovation stellen für Europa eine Priorität dar: Rund um die digitale Transformation gibt es Chancen für Wirtschaftswachstum und Modernisierung, aber auch Risiken. Italien und Deutschland können gemeinsam eine tragende Rolle spielen.

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Rund um die Wirtschaft der Daten, Algorithmen, künstliche Intelligenz, gibt es heute große Chancen für Wirtschaftswachstum und Modernisierung in Europa. Dieser Herausforderung muss sich die EU stellen, indem sie neue Lösungen findet. Italien und Deutschland haben die Chance, das gemeinsam zu gestalten. Eine Berliner Konferenz bietet die Plattform dazu an.

Digitaler Binnenmarkt als Wettbewerbsfaktor

Investitionen in die digitale Innovation stellen für Europa eine Priorität dar. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem die technologische Entwicklung und die digitalen Transformationsprozesse nach rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen ablaufen, um Transparenz sowie die Achtung von Privatsphäre und Daten zu gewährleisten.

Auf diesem Wege kann Europa – und damit auch Italien – bestrebt sein, neue Vorreiter der Technologien zu schaffen, bei der internationalen Definition technologischer Regulierungen mitzuwirken und ausländische Investitionen und Talente anzuziehen.

Diese Tendenz zeichnet sich bei der Entstehung des digitalen Binnenmarkts bereits ab, die ein Schlüsselelement beim Zusammenrücken der EU darstellen kann.

Eine Reaktion auf die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wiederzuerlangen, indem rechtliche und regulatorische Unterschieden zwischen 28 Staaten harmonisiert werden.

Die Chance Italiens

In dieser kontinentalen Perspektive hat Italien, als zweitgrößte Fertigungsindustrie nach Deutschland in Europa und siebtgrößte Industrie der Welt unter den „automatisierten“ Nationen, die Chance, eine führende Rolle zu spielen.

In den letzten zwei Jahren gab es viele positive Anzeichen dafür.

Das Wachstum der Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) betrug 2,3 Prozent (2017/16), ein Aufwärtstrend, der sich dieses Jahr bestätigt:

  • die beschleunigte Infrastrukturerschließung mit festen und mobilen Ultrabreitbandnetzen ermöglicht es, die auf EU-Ebene festgelegten Erschließungsziele zu erreichen;
  • Es wurden erste Experimente mit der mobilen 5G-Technologie in sieben Großstädten gestartet;
  • die digitalen Plattformen der öffentlichen Verwaltung wurden durch den Dreijahresplan für die öffentliche Informationstechnologie wiederbelebt;
  • die Einführung des Industrieplans 4.0 stellt einen entscheidenden Schritt nach vorne in der digitalen Transformation unserer Fertigungsindustrie dar.

Von 2017 bis 2018 wuchs der italienische Markt für Industrie 4.0-Waren und -Dienstleistungen um über 30 Prozent und wird bis Jahresende über 3,2 Milliarden Euro Umsatz erreichen.

Die produzierenden Unternehmen, die in diesem Zeitraum bereits Digitalisierungsprojekte gestartet haben, machen etwa 16 Prozent der Gesamtzahl aus.

Der italienische Weg

Auch wenn dies erst der Anfang ist, weist diese Tendenz in die richtige Richtung. Es sei daran erinnert, dass der produktive Sektor in Italien, im Gegensatz zu Deutschland, zu mehr als 90 Prozent aus Mikro-Unternehmen (mit weniger als 10 Mitarbeitern) besteht.

Deshalb haben wir den Plan auf die spezifischen Merkmale der italienischen Fertigung zugeschnitten. Der durch Zusammenarbeit öffentlicher und privater Führung entstandene Ansatz zur Implementierung der Industrie 4.0 Italiens beinhaltet eine Formel, die die branchenübergreifend Zusammenarbeit, die Führungsqualität und die Investitionsfähigkeit verbessert.

Diese Zusammenarbeit wurde u.a. von einer umfangreichen Informations- und Ausbildungsarbeit unterstützt, die erfolgversprechende Ergebnisse hatte.

Mit der Unterstützung von Confindustria wurde ein Netzwerk von 23 digitalen Innovationszentren geschaffen, die in allen italienischen Regionen verteilt sind und den KMUs den Zugang zu Wachstumsfaktoren ermöglichen sollen, die sonst schwer zu erreichen sind: neue Synergien, neue Märkte, neue finanzielle und technologische Ressourcen.

Transnational und fachübergreifend vernetzt

Die digitale Transformation ist viel mehr als nur ein technologischer Fakt.

Es ist die Vision eines umfassenden Wandels, der neue Verbindungen zwischen Branchen, bereichsübergreifende Zusammenarbeit, Teamarbeit, Kompetenzen, und Wissensvermehrung erfordert.

Eine Vision, die von öffentlichen und privaten Führungskräften auf nationaler und europäischer Ebene an Institutionen, Unternehmen und Bürger vermittelt und umgesetzt werden muss.

Wir können es uns nicht leisten, abzuwarten: Innovationen schreiten schnell voran und eröffnen neue Wege, die von denjenigen beschritten werden, die sie als Chance und nicht als Hindernis sehen.

Die Gefahr, zwischen den USA und China zerquetscht zu werden, ist groß. Groß sind auch die sich uns eröffnenden Möglichkeiten, wenn wir mit einem gemeinsamen Geist arbeiten.

Deutsch-Italienische Zusammenarbeit

Ich bin überzeugt, dass Innovation für die europäische Gesellschaft der Schlüssel ist, um ihre großen Fähigkeiten der unternehmerischen und sozialen Entwicklung zu stärken. Ich bin optimistisch, dass sich dieses Bewusstsein auf unserem Kontinent zunehmend durchsetzt.

Vor diesem Hintergrund findet in Berlin am 20. und 21.11.2018 die zweite German-Italian Innovation Conference statt, von der italienischen Botschaft, ICE und ITKAM organisiert, die eine Plattform für den Informations- und Erfahrungsaustausch rund um die Digitalisierungspolitik beider Regierungen bietet.

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