Der deutsche Mittelstand kommt beim Aufbau von digitalem Know-how nicht wirklich voran. Einer aktuellen Studie zufolge sind kleine und mittlere Unternehmen zwar an digitalen Finanzierungsmöglichkeiten interessiert, es fehlt jedoch insbesondere Erfahrung im Umgang mit Daten.

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creditshelf, ein Anbieter digitaler Mittelstandsfinanzierung, hat 244 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrieunternehmen (Vorstände, Geschäftsführer und Mitglieder der Geschäftsleitung) in einer Studie zum Thema Finanzierung 4.0 befragt. Wissenschaftlich begleitet wurde die Untersuchung von Prof. Dr. Dirk Schiereck, Leiter des Fachgebiets Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt.

Fehlendes digitales Analyse-Know-how im Mittelstand

Wichtigstes Ergebnis der Studie: Obwohl die Erfassung maschineller Betriebsdaten innerhalb eines Jahres stark zugenommen hat, sind die deutschen Industrieunternehmen beim Aufbau entsprechenden Analyse-Wissens im gleichen Zeitraum nicht wirklich vorangekommen.

Die befragten Mittelständler schätzen laut der Studie sowohl das digitale Know-how der Mitarbeiter als auch die eigene IT-Infrastruktur sogar etwas schwächer ein als noch vor zwölf Monaten. Gleichzeitig erklärten 44 Prozent der Teilnehmer, dass ihnen die Betriebsdaten ihrer ausgelieferten Produkte zur Verfügung stehen und im Rahmen von Service- und Wartungsverträgen genutzt werden. Im vergangenen Jahr hatten erst 34 Prozent der Betriebe so geantwortet.

Echtzeit-Analyse sind Teil des Wirtschaftens

„Die Studie unterstreicht die Eindrücke in den Betrieben vor Ort, dass oft noch eine kräftige Diskrepanz zwischen dem Potenzial der neuen Technologien und dem Wissen der Führungskräfte und Mitarbeiter herrscht, die gewonnenen Daten bestmöglich zu nutzen“

Prof. Dr. Dirk Schiereck – TU Darmstadt

Allerdings hat der industrielle Mittelstand erkannt, dass der Verarbeitung von Echtzeit-Daten nicht nur die Zukunft gehört, sondern bereits Gegenwart ist. So sagten 79 Prozent der Studienteilnehmer (Vorjahr: 73 Prozent), dass sie Maschinen und Anlagen nutzen, die Daten an deren Hersteller liefern.

Während die Erfassung von Daten also merklich zugenommen hat, erlitt die Bewertung des zur Auswertung nötigen Digital-Know-hows der Unternehmen einen kräftigen Dämpfer. So bewerteten im vergangenen Jahr 19 Prozent der Teilnehmer die Qualität des eigenen Know-hows mit der Schulnote 1. In diesem Jahr ist der Wert auf 7 Prozent geschrumpft. Nun bewerten 39 Prozent der Teilnehmer ihr Wissen mit der Note 2 (Vorjahr: 30 Prozent) und 25 Prozent mit der Note 3 (Vorjahr: 16 Prozent).

Bessere Ausbildung der Mitarbeiter erforderlich

Es reicht nicht aus, einfach eine neue High-Tech-Maschine in die Fabrikhalle zu stellen, ohne gleichzeitig – von der Produktentwicklung bis zur täglichen Arbeit auf dem Shopfloor – auch das entsprechende Wissen der Mitarbeiter aufzubauen und permanent aktuell zu halten.

Auch bei der Finanzierung von Maschinen, Anlagen und der entsprechenden IT rund um das Thema Industrie 4.0 fehlt es oft noch an Wissen. Es erscheint den Autoren der Studie daher wichtig, bei Finanzierungen nicht nur traditionelle Möglichkeiten zu berücksichtigen, sondern auch Alternativen wie etwa FinTech-Unternehmen in den Blick zu nehmen, die schon von ihrem Geschäftsmodell her sehr viel dichter an den digitalen Zukunftsthemen dran sind.

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