Warum gelingt dem einen Unternehmen die digitale Transformation gut und dem anderen schlecht oder gar nicht? Letztlich ist der Faktor Mensch entscheidend. Ein Unternehmen ist so digital, wie die handelnden Führungskräfte es zulassen und vorleben.

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Die Industrie 4.0 gilt auch als digitale Revolution. Aber ist sie das wirklich? Die technischen Entwicklungen und Strukturveränderungen zeichnen sich schon seit langem ab, so dass Menschen und Organisationen eigentlich genug Zeit hatten, sich darauf einzustellen. Doch warum gelingt nur einigen Unternehmen die digitale Transformation? Erfolgsfaktor Nummer eins sind die Menschen und ihre Einstellungen zur Digitalisierung.

Die „Digitale Revolution“ ist keine

Der Begriff „REVOLUTION“ bezeichnet einen abrupten Wandel, bei dem gesellschaftliche Strukturen grundlegend und nachhaltig verändert werden. Die so genannte Digitale Revolution hat uns jedoch nicht schlagartig und unverhofft ereilt, sondern ihre Entwicklung  war schon seit längerem  abzusehen. Die Brisanz besteht darin, dass so manche Unternehmen diese Entwicklung etwas distanziert betrachtet und nur wenige Maßnahmen für eine flächendeckende Umsetzung im eigenen Haus ergriffen haben.

Das Individuum trifft die Entscheidung für die Digitalisierung

Warum sind Mitarbeiter/innen in ihrer Freizeit digitale Profis und in der Arbeitswelt noch vielfach „analog“ unterwegs? In vielen Unternehmen verhindern starre Organigramme, ein historisch gewachsenes Verständnis von Arbeitsteilung und hierarchisch organisierte Arbeitsprozesse, dass die Mitarbeiter ihre digitalen Fähigkeiten einbringen. Ein Blick auf erfolgreiche, agile Unternehmen zeigt, dass ein nachvollziehbares Leistungsprinzip, Verlässlichkeit und positive Einstellungen gegenüber Innovationen und deren Umsetzung die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen unter den Bedingungen der Digitalisierung sicherstellen.

Die Kunden treffen die Entscheidung für die Digitalisierung eines Unternehmens

Die wichtigste Auswirkung der Digitalisierung ist eine höhere Transparenz für Kunden dank besserer Verfügbarkeit von Informationen und einer damit verbundenen Verhaltensänderung. Dadurch wird ein einst Verkäufer-dominierter Markt zu einem Käufer-dominierten Markt. Konsumenten entscheiden und lenken mit ihren Konsumentscheidungen die Finanz- und Ertragsströme von Unternehmen. An der zunehmenden Verödung von ehemals Einzelhandel-geprägten Klein- und Mittelzentren lässt sich dieses leicht ablesen. Die Unternehmen stehen vor der Entscheidung, aus dem Markt auszusteigen, oder sich der Digitalisierung zu stellen und das ehemalige USP in die digitale Welt zu transformieren.

Unternehmen sind so digital, wie Führungskräfte es zulassen und vorleben

Ab der 2. Industriellen Revolution wurde die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durch ständige Wiederholung derselben Prozesse gesteigert. Indem man Expertenwissen in Organisationen integrierte, konnten Menschen in Funktionen ersetzt werden. Es entstand eine konformistische Organisationskultur, in denen von den Mitarbeiter/innen Anpassung erwartet wurde.

Organigramme mit klaren Hierarchiestrukturen und Statussymbole sollten ihnen Orientierung bieten. Solche Unternehmen werden von oben nach unten geführt – und genau darin liegt heute häufig das Problem. Wissen ist nicht mehr Herrschaftswissen.

Es zeigt sich, dass die aktuelle Managergeneration dazu ausgebildet wurde, das bestehende Geschäftsmodell zu optimieren – nicht dazu, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und alternative Formen der Zusammenarbeit zu organisieren. Gerade den Querdenkern und Kreativen bleibt nicht verborgen, dass sich die Unternehmen aufgrund der gesellschaftlichen Sprengkraft der Digitalisierung (man denke nur an den arabischen Frühling) neu erfinden müssen.

Kluge Köpfe gründen sich daher aus oder wechseln zu bereits transformierten Unternehmen, während trägere Zeitgenossen bleiben und warten, dass die Digitalisierung von oben angesagt wird.

Vom Wissen zum Handeln

Wie kann die Umsetzung der Digitalisierung gelingen? In einem ersten Schritt im Rahmen der bestehenden Organigramme von oben nach unten. Digitalisierung ist Chefsache und darf nicht an Arbeitsgruppen oder an einen CDO (Chief Digital Officer) delegiert werden.

Das Management muss den Mitarbeiter/innen Orientierung geben und veränderte Rahmendaten und Wirkungszusammenhänge erläutern. Auf diese Weise unterstützt es die Mitarbeiter/innen dabei, die Notwendigkeit des Veränderungsprozesses einzusehen und sich mit ihm zu identifizieren, sich auf einen Dialog im Unternehmen einzulassen und eine erhöhte Lernbereitschaft aufzubauen.

Ziel ist, dass die Mitarbeiter die Ebenen des Verstehens, des Wollens, der Befähigung und des Umsetzens durchlaufen. Leider stehen für diesen Prozess oft nur wenige Zeitressourcen zur Verfügung, und für einen erfolgreichen Start sorgt eher ein Impuls von außen. Professionelle Fortbildungs- und Trainingsangebote sind wichtige Eckpfeiler einer erfolgreichen Transformation, solange diese vor dem Beginn dieses Prozesses einsetzen.

Kein verantwortungsvoller Seemann sticht mit einem Kapitän in See, der sich nicht in dem Gewässer auskennt. Auch das Management und die Mitarbeiter eines Unternehmens sind gut beraten, sich in stürmischen Zeiten erfahrene Lotsen an Bord zu holen.

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